„Klimalabor Köln“: Vielversprechende erste Messergebnisse aus der Hohe Straße

November | 2025
„Klimalabor Köln“: Vielversprechende erste Messergebnisse aus der Hohe Straße
Das Klimalabor Köln ist eine gemeinsame Forschungsinitiative von Aachener Grundvermögen, Universität zu Köln und Stadtmarketing Köln. Entstanden auf Initiative unseres ESG-Managements verbindet es wissenschaftliche Analyse mit konkreten Maßnahmen im Stadtraum.
Ziel ist es, die Auswirkungen des Klimawandels im hochverdichteten Stadtraum wissenschaftlich zu untersuchen und konkrete Lösungen für klimaresiliente Innenstädte zu erproben.

Gemeinsames Projekt aus Forschung, Stadtentwicklung und Immobilienpraxis
Im Sommer 2024 wurden auf der Hohe Straße erstmals textile Verschattungselemente installiert. Die Maßnahme wurde von uns gemeinsam mit dem Stadtmarketing realisiert und durch den Verfügungsfonds Kölner City im Rahmen des Bundesprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ zu 80 Prozent gefördert. Die Aachener Grundvermögen trug den Eigenanteil und die diesjährige Remontage.
Um die Wirkung von Schatten im öffentlichen Raum messbar zu machen, wurden an den Häuserfassaden Sensoren angebracht, die sowohl im beschatteten als auch im unbeschatteten Bereich Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit, Strahlung und CO₂-Werte erfassen.
Im Geographischen Institut sowie am Institut für Geophysik und Meteorologie werden die Messungen in ein umfassenderes Klimamodell integriert. Damit lässt sich nicht nur die Wirkung von Verschattung, sondern auch das Zusammenspiel verschiedener Klimafaktoren im innerstädtischen Raum untersuchen.
Erste Ergebnisse übertreffen alle Erwartungen
Nun liegen erste Datenreihen vor, die alle Annahmen und Erwartungen der Projektbeteiligten bei weitem übertreffen. In den beschatteten Bereichen zeigt sich eine im Mittel signifikant niedrigere Oberflächentemperatur im Vergleich zu den Bereichen ohne Beschattung. Auch die Lufttemperatur steigt unter den Segeln weniger stark an:
- Die Verschattungsmaßnahme kann an sehr heißen Tagen zu einem signifikanten Kühleffekt von 2-3°C in den Nachmittagsstunden führen.
- An besonders windstillen Hitzetagen lässt sich teils eine Kühlwirkung der Lufttemperatur von bis zu 5°C feststellen.
- Die gefühlte Temperatur von Passantinnen und Passanten kann durch die Verschattung dabei um bis zu 11°C reduziert werden.

Damit liegen erstmals kontinuierliche und hochauflösende Messdaten in einer Fußgängerzone großer deutscher Innenstädte vor, mit denen optimale Strategien für spürbare Verbesserungen der innerstädtischen Aufenthaltsqualität in Hitzeperioden entwickelt werden können.
Die äußerst vielversprechenden Ergebnisse werden aktuell in einer Bachelorarbeit systematisch ausgewertet und in einer Doktorarbeit vertieft. Gleichzeitig fließen die Daten in begutachtete Fachpublikationen (Peer-Review) ein, um belastbare wissenschaftliche Grundlagen für die Stadtentwicklung und Immobilienwirtschaft zu schaffen und um die Daten auch über das Fachpublikum hinaus veröffentlichen und allgemein zugänglich machen zu können.
Einen anschaulichen Einblick in das Klimalabor Köln und die Messungen in den beschatteten Bereichen bietet dieser Film der Universität zu Köln.
Vom 1. bis 19. Oktober wurde das Klimalabor Köln im Rahmen der Ausstellung „Green up your life!“ im Kölner Hauptbahnhof präsentiert. Am 2. Oktober um 15 Uhr eröffnete die Ausstellung mit einer Vernissage.







